Archiv der Kategorie: aus dem Kindergartengeschehen

Schulanfängerübernachtung in der Villa Regenbogen

Am 9. Juni trafen die Schulanfänger – die Adler – aller vier Gruppen gegen 17.45 Uhr gemeinsam mit ihren Eltern in der Villa Regenbogen ein. Alle Kinder waren schon ganz aufgeregt und richteten dann zusammen mit ihren Eltern ihren Schlafplatz. Das verlief reibungslos, obwohl jedes Kind genau wusste, wo und neben wem es liegen wollte. Manche schnappten sich gleich die dicke Turnmatte und teilten sich diese zu mehreren. Andere benutzten flachere Turnmappen oder die mitgebrachte Isomatte für Ihre Schlafstätte. Nachdem sich manche Eltern „schweren Herzens“ von ihren Kindern verabschiedet hatten und den Heimweg antraten, warteten unsere Kinder aufgeregt im Innenhof auf die Dinge, die da auf sie zukommen sollten.

Das Programm startete recht bald mit der Kinderdisco. Unser „Techniker und Toningenieur“ Manuel (an dieser Stelle „Vielen Dank!“) hatte bereits am Morgen eine Musikanlage mit großen Boxen aufgebaut. Musik war bereits auf CD gebrannt und die Kinder nahmen das Angebot zu tanzen sehr schnell wahr. Tolle Tanzeinlagen, zum Teil sehr akrobatisch, ließen die Erzieher staunen: „Was doch alles noch so in unseren Kindern steckt?!“.

Nach der Disco machten wir Gruppenspiele im Innenhof. Die Kinder feuerten ihre Mannschaft ganz schön laut an. Nach einem Staffellauf und einem Fahrzeugrennen um ein Hindernis, wurde auch schon das Abendessen vorbereitet. Die von Sinans Oma vorbereitete Bolognese Soße und die von Sinems Mama vorbeigebrachte Familienpizzen, schmeckten den Kindern sehr gut. Auch hier ein herzliches Dankeschön! Sie hatten auch einen riesigen Hunger von all der Aufregung.

Nach dem Abendessen wollten einige Kinder schon ins Bett gehen – verwunderlich!

Aus ihrer Gewohnheit gerissen, freuten sie sich dann aber doch auf einen Spaziergang mit der Taschenlampe zur Eisdiele von Luigi. Manch ein Passant wunderte sich über den „späten Spaziergang“ so „kleiner Kinder“. Tja, an diesem Tag war eben alles ein bisschen anders! Nach dem leckeren Eis bei Luigi, waren manche Kinder wirklich sehr müde. Wir Erzieherinnen wussten, dass unser Programm jetzt etwas entspannter und ruhiger werden musste. Die Kinder zogen ihre Schlafsachen an, putzen sich die Zähne und machten sich anschließend ihren Schlafplatz „gemütlich“. Letzter Programmpunkt war eine Gute-Nacht-Geschichte: Was gab es Passenderes als das Märchen von der „Prinzessin auf der Erbse“? Eine richtige Prinzessin merkt, wenn eine Erbse unter einer Vielzahl von Matratzen liegt, vielleicht auch ein Prinz? Viele unserer Kinder merkten auch, dass sie nicht zu Hause in ihrem bequemen Bett schliefen, und das fühlte sich eben komplett anders an. So endete unser schöner Abend.

Für uns Erzieherinnen war es eine kurze Nacht. Das letzte Kind schlief gegen 1.30 Uhr ein und das erste wachte bereits um 6.00 Uhr wieder auf.

Wir starteten den Tag gemeinsam mit einem tollen Frühstück. Auch dieses haben wir selbst vorbereitet, und es gab leckere Sachen! Anschließend räumten alle Kinder ihre Schlafplätze auf und wurden dann von ihren Eltern gegen 9.30 Uhr abgeholt. So endete die diesjährige Übernachtung in der Villa Regenbogen. Trotz Schlafdefizit war das auch für die Erzieherinnen wieder eine tolle Erfahrung. Wir hatten zusammen mit den Kindern Spaß und denken, dass es diesen auch ganz gut gefallen hat. Was haben sie wohl am nächsten Tag zu Hause erzählt?

Der Bundesweite Vorlesetag

Noch nie waren wir und unsere Kinder einer solchen Flut von Bildern ausgesetzt. Über das tägliche Fernsehen, Filme oder durch Computerspiele – die Verlockungen, die den Kindern ihre eigenen Bilder rauben, waren noch nie so groß wie heute. Es ist daher aussichtslos, diese Medienflut gegen das Buch auszuspielen. Wir können aber daran arbeiten, das Buch zu einem selbstverständlichen und angenehmen Teil der Kindheit werden zu lassen. Dazu braucht es nur ein wenig Zeit, Ruhe und Wissen.

Der bundesweite Vorlesetag setzt hierzu ein Zeichen:  Er gilt als das größte Vorlesefest Deutschlands und stellt Jahr für Jahr neue Teilnehmerrekorde auf: Der Bundesweite Vorlesetag, eine Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung. Er fand am 18. November 2016 bereits zum dreizehnten Mal statt. Jedes Jahr am dritten Freitag im November begeistert der Aktionstag mittlerweile über 110.000 Vorleserinnen und Vorleser. Gemeinsam lesen sie über zwei Millionen kleinen und großen Zuhörern vor. Jeder kann dabei sein und an diesem Tag Geschichten zum Geschenk machen.

Auch die Villa Regenbogen möchte in diesem Sinne an diesem Tag ihren Kindern „Geschichten zum Geschenk“ machen.

Jedes Kind bekam einen Lesepass, mit dem es die verschiedenen Stationen besuchen und sich an jeder Station einen Stempel für das Zuhören verdienen konnte.

In diesem Jahr hatten die Erzieherinnen drei verschiedene Aktionen geplant.

  1. Im Besprechungszimmer gab es das Bilderbuchkino mit Conny Drössler. Beim Bilderbuchkino wird das Bilderbuch vorgelesen und begleitend dazu Dias auf einer Leinwand gezeigt. Das Vorlesen (auditive Wahrnehmung) wird durch die Bilder (visuelle Wahrnehmung) unterstützt. Diesmal konnte das Bilderbuchkino, dank Frau Altunbas und Agnieska Blaszak aus der Schmetterlingsgruppe in deutscher, italienischer und polnischer Sprache vorgetragen werden. Das Bilderbuch thematisierte die Bemühungen des kleinen „Irgendwie anders“ der sich lange Zeit vergeblich bemühte dazuzugehören. Erst als er erkannte, dass es nichts schlimmes ist anders zu sein, sondern man sich eher bereichern kann, hatte er plötzlich einen kleinen Freund. Und die beiden wussten zum Schluss des Buches nun genau, was zu tun ist wenn einer kommt der anders ist!
  2. In der Turnhalle boten Gaby Schwarz-Schlechte und Sonja Dietz das Tischtheater (Kamishibai) mit der Geschichte „Als die Raben noch bunt waren“ an. Die Geschichte wurde erzählt und mit Bildern des Tischtheaters unterlegt. Sie handelte von bunten Raben, die sehr unterschiedlich aussahen. Sie unterschieden sich sowohl in Farbe, wie auch in Musterung und konnten ihre Verschiedenheit nicht akzeptieren. Deshalb stritten sie unentwegt. Erst ein Regenschauer, der einen Farbwechsel des Gefieders zur Folge hatte und herbeiführte, dass alle Raben schwarz und gleich aussahen, rief eine Änderung im Verhalten und Bewusstsein hervor.
  3. Vor der Küche im unteren Bereich der Villa baute Susanne Stiefel eine Kulisse mit Fröbelbällchen auf. Sie erzählte „Die Geschichte vom kleinen Nerino“. Die Erzählung wurde mit einfachen Stoffbällchen (Fröbelbällchen)  bildlich dargestellt. Thematisiert wurde hier wiederum das Thema „Anders sein“

Unser Vorlesetag war ein gelungener Event im November, der den Kindern der Villa Spaß gemacht hat. Auch für die Sprachförderkräfte der Villa Regenbogen war dies wieder eine tolle gemeinsame  Erfahrung.  Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Sonja Dietz, Gaby Schwarz-Schlechte und Susanne Stiefel für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 59, erschienen im Dezember 2016.

Gewalt-Präventionskurs für die Schulanfänger

Das letzte Jahr im Kindergarten ist voll mit verschiedenen Kursen und Aktivitäten. Eins davon ist ein Gewalt-Präventionskurs von Wir Stärken Dich e.V.

Die Kinder lernten während der Kurse, eigene, unterschiedliche Gefühle zu erkennen und zu beachten. Was erzeugt gute Gefühle? Was sorgt für schlechte oder komische Gefühle? Wenn man ein  solches Gefühl hat, dann darf man auch zu Erwachsenen ‚Nein‘ sagen.

Im Rollenspiel haben die Kinder  geübt, wie man deutlich und klar ‚Nein‘ sagt, zum Beispiel, wenn ein Fremder sie umarmen oder ihnen ein Kuss geben will. Auch das Abholen durch Unbekannte gehört dazu.

„Nein! Ich gehe nicht mit!“ und dabei in den Augen schauen, damit der andere merkt, dass es ernst gemeint ist. Hände nach vorne strecken, stampfen um die Aufmerksamkeit von Umstehenden zu erregen und damit Hilfe bei z.B. LehrerInnen oder Anderen zu holen.

Die Kinder haben auch kleine Techniken gelernt, um sich selbst gegen eine Umarmung von Fremden zu wehren. Diese Techniken haben sie dann fleißig geübt – jedes Mal: Ellbogenschlag und Stoß. Danach versicherten sie mit dem  Indianer Ehrenwort, dass sie diese Techniken nur im Notfall benutzen wollen, und ganz besonders nicht bei den Kleineren!

Auch haben sie jede Woche eine Hausaufgabe bekommen. Dafür mussten auch die Eltern aktiv mitmachen. Als erste Aufgabe wurde eine Liste von Mitgehpersonen überlegt und auswendig gelernt. Nur die Leute, die auf dieser Liste stehen, dürfen die Kinder abholen.

Dann wurde wieder im Rollenspiel geübt, was sie machen müssen, wenn ein Fremder vor der Schule wartet und z.B. etwas Süsses anbietet.

Oder auch falls auf sie gewartet wird und sie mit, „Hey, es ist was Schlimmes mit deinen Eltern passiert. Ich soll dich ins Krankenhaus bringen.“ anspricht.

Wenn diese Person keine Mitgehperson ist, dann dürfen sie auch nicht mit – egal was er/sie sagt.

Und wenn ein Fremder im Auto anhält, nach dem Weg fragt oder ähnliches, müssen sie von Anfang an Abstand halten und keinen Schritt näher rangehen. Wenn sie ein schlechtes Gefühl bekommen, dann ist es besser in Gegenrichtung wegzulaufen.

Die meisten Kinder fanden die Rollenspiele lustig, für manche war es auch schwer zu verarbeiten, da waren dann wieder die Eltern gefragt, mit ihnen zu sprechen und den Kurs aufzuarbeiten.

Natürlich hoffen wir Erwachsenen sehr, dass Kinder nie in eine solche beklemmende Situation kommen werden. Sollte es aber doch passieren, werden sie sich hoffentlich erinnern und  anwenden können, was sie in diesem Kurs gelernt haben!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von „Villa Regenbogen Reporterin“  Elvy Reimann für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 58.

Die Papas kommen in den Kindergarten!

Am 04. Juni 2016 war es wieder einmal soweit: „Papatag“ im Kindergarten. Der diesjährige Nachmittag stand unter dem Motto: „Die Kugel ist rund“

Dieses Motto begleitete uns vom Anfang bis zum Schluss.

Durch einen großen Reifen hindurch gelang man zuerst einmal in den Flurbereich unseres Kindergartens. Dort wurde jede Familie begrüßt und erhielt eine Laufkarte in Form eines Fußballes. Wer eine Station durchlaufen hatte, bekam einen Stempel auf der Laufkarte. Ziel war es, am Ende alle Stempel zu besitzen. Denn nur eine komplett abgestempelte Laufkarte konnte an der Tombola, die am Ende des Nachmittags stattfand, teilnehmen.

Außerdem lagen in Anlehnung an die derzeitige Fußball-Europameisterschaft diverse Schminkstifte in verschiedenen Länderfarben bereit. Jeder der Lust hatte, konnte sich schminken.

Nach einer kurzen Begrüßung im Innenhof öffneten die Spielstationen und es ging los.

Bei Lisa, die eine Station vor dem Fahrzeughäuschen betreute, konnte man sich im Zielspritzen üben. Minigolfbälle, die auf Wasserflaschen gesetzt wurden, sollten mit Hilfe von Wasserspritzpistolen herunter geschossen werden. Das war gar nicht so einfach, den kleinen Ball zu treffen. Und nicht nur die Bälle wurden an diesem Tag nass, sondern das eine oder andere Kind oder gar der Papa.

Im Innenhof bei Manuel wurde Straßenhockey gespielt. Herr Fricke stellte uns diesem Zweck zwei kleine Tore zur Verfügung. Nochmals recht herzlichen Dank dafür!

Vor der Schmetterlingsgruppe hatte Martin einen „Eierlauf-Parcours“ aufgebaut. Papa und Kind bildeten ein Team und konnten nur zusammen den Parcours bestreiten. Einer bereitete den Weg vor, der andere balancierte vorsichtig einen kleinen Ball, der auf einem Löffel lag – tolle Teamarbeit!

Gaby hatte sich ein Angelspiel ausgedacht, und zwar sollte man Holzringe, die im Wasser schwammen, mit einer Angel heraus- fischen. Wer wollte konnte die Bälle, die ebenfalls im Wasser waren, mit einer Kelle herausschöpfen. Für das Angeln brauchte man eine ruhige Hand und viel Geduld.

Im Sandschiff gab es die Möglichkeit, Boule zu spielen und auf der großen Wiese sollte der Ball in verschiedene runde Öffnungen geschossen werden. Hierzu stellten wir eine große Torwand auf. Jeder Schuss ein Treffer? Nein so leicht war das nicht, aber es machte richtig Spaß. Und wer mit dem Fuß nicht so geschickt war, nahm den Ball in die Hand und versuchte es mit Werfen.

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Agnes verkaufte vor der Dinogruppe Getränke und Fußball-Burger. Nach so großer sportlicher Betätigung war so eine Stärkung genau das Richtige.

Zum Glück hielt das Wetter und es regnete ausnahmsweise mal nicht. So konnten alle Stationen draußen aufgebaut werden und die Kinder hatten auch genug Platz zum Rennen.

Kurz vor dem Ende des Papatages gab es noch ein besonderes Highlight – die Tombola.

Wir versammelten uns alle wieder im Innenhof. Manuel sorgte mit Fußballmusik für Stimmung und Lisa erklärte dort unseren letzten Programmpunkt.

Gleich darauf sammelten wir alle mit Namen versehenen Laufkarten ein und gingen zur Verlosung über. Drei Kinder spielten die „Glücksfee“. Zu gewinnen gab es einen Fußball, ein Federballspiel und ein Boulespiel. Das Boulespiel gewann Lili aus der Schmetterlingsgruppe, das Federspiel erhielten Maria und Giovanna aus der Dino- bzw. Löwengruppe und den Fußball überreichten wir Nicolai aus der Bärengruppe.

Aber bevor die Gewinner die Preise ausgehändigt bekamen, sollten sie gemeinsam noch eine Aufgabe lösen. Sie sollten den EM-Kader für Deutschland zusammenstellen. Wer spielt in der Abwehr, wer im Sturm, wer im Mittelfeld und wer steht im Tor? Kennen alle den Trainer der National-Elf? Mit Hilfe von Fußball-Sammelkarten wurde nach und nach die deutsche Mannschaft auf dem Flipchart sichtbar.

Gegen 17.00 Uhr ging unser diesjähriger Papatag dann zu Ende. Uns Erziehern hat es sehr viel Spaß gemacht und wir hatten den Eindruck, dass alle zufrieden nach Hause gegangen sind.

Was wohl nächstes Jahr passiert? Papa- oder Mamatag?

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Simone für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 58.

DIE RHEINPFALZ – Nils Nager kommt uns besuchen

„Warum haben wir gerade die Rheinpfalz als Grundlage für das Zeitungsprojekt genommen?“

Die Rheinpfalz ist die lokale Tageszeitung unserer Region, sie bietet mit ihrem speziell entwickelten medienpädagogischen Material, rund um „Nils Nager“ und den Kindernachrichten, Kindergartenkindern die Möglichkeit, sich altersgerecht mit einer Tageszeitung zu beschäftigen. Wenn der Großteil der Kinder auch noch nicht lesen kann, so gab es doch sehr viel zu entdecken, erfahren und zu lernen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem sprachlichen Aspekt (erzählen, zuhören, Schriftsprache und erste Buchstaben kennen lernen, Symbole).

Aus der Fülle der Materialien, die die Rheinpfalz für Kitas bereitstellt, haben wir als Erzieherinnen die Aktivitäten und Sachthemen ausgewählt und ergänzt, die für uns und unsere Kinder  am sinnvollsten erschienen und auch in der Praxis, dem Kindergartenalltag, umsetzbar waren. Nach ausführlicher Planung haben wir beschlossen, dieses Projekt handlungsorientiert zu gestalten und möglichst viele Sinnesbereiche (künstlerisches Gestalten, Rätsel, Bewegung (Grob- und Feinmotorik), Kommunikation, Musik, interkulturelle Aspekte, u.v.m.) mit einzubeziehen. Die Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die Schulanfänger nahmen 4 Tage am Zeitungsprojekt teil, die 5-jährigen Kinder 3 Tage.

Folgende Aktivitäten haben den Kindern während der Projekttage am meisten Spaß gemacht:

♠ Wir beschäftigen uns mit den Kindernachrichten, lasen einen Artikel gemeinsam und stellten den Kindern „Nils Nager“, den Biber der Rheinpfalz, in einem Rollenspiel vor. Nils Nager begleitete uns an allen Projekttagen als kleines Stofftier und erklärte den Kindern den Sinn und Zweck einer Tageszeitung, sowie die Wichtigkeit alltäglicher Nachrichten. Sie lernten den Begriff „Zeitungsreporter“ kennen. Für jedes Kind wurde während der Projekttage ein Reporterausweis mit Bild angefertigt, den die Kinder am letzten Tag von Nils Nager höchstpersönlich ausgehändigt bekamen.

♠ Die Schulanfänger schnitten die Buchstaben ihres Vornamens aus der Zeitung aus und klebten diese auf.

♠ Wir machten eine große Zeitungsschlacht, in der zwei Gruppen gegeneinander antraten. Der Eifer der Kinder war sehr groß, so dass wir alle Hände voll zu tun hatten, diese Zeitungsschlacht auch wieder zu beenden. Wer letztendlich gewonnen hat, das können wir natürlichg nicht verraten. 🙂

♠ Wir wählten Bilder aus der Zeitung aus, schnitten diese aus und erzählten darüber. Es kamen sehr schöne Gespräche zustande.

♠ Mit dem Wetterbericht befassten wir uns ausführlicher. Die Kinder erkannten, dass Bilder und Symbole manchmal mehr ausdrücken können als Schriftzeichen.

♠ Gemeinsam bastelten wir aus den Zeitungen Cheerleaderpompons und studierten mit den Kindern einen Tanz ein.

DSC01331edAm letzten Tag hatten wir eine besonder Überraschung für alle Projektkinder: Nils Nager und Frau Höfer von der Rheinpfalz kamen uns in der Kita besuchen. Die Kinder begrüßten den zwei Meter großen Plüschbiber mit Neugier und viel Freude. Sie führten ihm den einstudierten Tanz mit den Pompons vor und bekamen als Belohnung ihre Reporterausweise ausgehändigt. Und zum Schluss hatten sie das Vergnügen Nils Nager persönlich Hallo zu sagen, die Hand zu schütteln und ihn sogar zu drücken und zu streicheln. „Er ist ganz flauschig“, stellten sie dabei fest, und jedes Kind freute sich über ein kleines Geschenk aus Nils Tasche.

Rückblickend kann man sagen, dass wir dieses Projekt mit viel Freude begleitet haben. Die Aktivitäten und Angebote wurden von den Kindern mit viel Eifer und Freude angenommen. Uns hat dieses Projekt so viel Spaß gemacht, dass wir sicherlich in absehbarer Zeit wiederholen werden.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Sonja Dietz, Kerstin Zapf und Gaby Schwarz-Schlechte für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 57.

Elternabend in der Villa Regenbogen

 

Am 5. Nov. 2014 waren die Mütter und Väter der Kinder der Villa Regenbogen eingeladen an einem Abend der ganz besonderen Art teilzunehmen. Schon im Vorfeld mussten sich die Eltern entscheiden – eine Auswahl von fünf unterschiedlichen pädagogischen Themenfeldern war angeboten, drei durften nur ausgesucht werden, denn so ein Abend ist kurz und eine Gesprächsrunde in der eigenen Gruppe sollte es auch noch geben.

Also hatten wir uns im Team im Voraus schon Gedanken gemacht, wie wir es schaffen können Eltern einen kleinen Einblick in die pädagogische und praktische Arbeit zu gewähren und die Gelegenheit zu schaffen andere, neue Eltern kennenzulernen und gleichzeitig Neuigkeiten aus der Gruppe zu erfahren und eigene Fragen an die Gruppenerzieher/-innen loszuwerden.

Ein Spagat, das nicht so einfach zu bewältigen war! Glücklicherweise hat so ein Team unterschiedliche Charaktere und unterschiedliche Begabungen aufzuweisen und so beauftragten wir Kerstin mit ihrem außergewöhnlich systematischem und mathematischen Verständnis, die drei ausgewählten Workshops eines jeden Besuchers so auf die fünf Angebote zu verteilen, dass die Gruppen immer ungefähr gleich groß waren und alle genau dorthin gehen konnten für das sie sich eingetragen hatten.

Anfänglich kamen die Rückmeldungen der Eltern sehr schleppend wieder in der Kita an. Dann jedoch, wenige Tage zuvor, sah man schon, dass wir mit vielen Besuchern rechnen durften. Kerstin lies ihren „Kopf rauchen“ und bereitete für jeden einen Laufplan vor, der dann nachher auch ausgezeichnet funktionierte.

Schon zu Beginn des Abends füllt sich der Flur immer mehr und mehr und wir freuten uns mehr als die Hälfte unserer Familien bei dieser Gelegenheit willkommen heißen zu dürfen. Der Zeitplan war eng und so ging es nach kurzer Begrüßung und Einführung in das ausgeklügelte Wahlsystem gleich los.

Die Eltern fanden sich in kleinen Gruppen zwischen 6 und 10 Personen und begaben sich auf ihren Rundlauf durch die angebotenen Workshops. So war im Angebot für die Eltern der etwas größeren Kinder die Gruppe Psychomotorik mit Martin und Kerstin, der Zahlenwald mit Lisa, für die Mamas und Papas unserer Minis „Die Kleinen und ihre Ecken“ bei Dzidka und Anita. Sonja und Gabi standen für das Thema Sprachförderung zur Verfügung und bei mir und Natascha konnten sich Interessierte über die religionspädagogische Arbeit hier im Hause informieren. Die Themenrunden dauerten 15 Minuten und dann ging es weiter in die nächste Gruppe und damit auch in den nächsten Raum und zu anderen Erziehern. Bei der Gelegenheit kamen auch neue, noch unerfahrene Eltern ein bisschen „rum“ im Hause und konnten sich so einen Eindruck verschaffen. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, „aber ein bissel kurz war´s halt schon“, Fragen zu den einzelnen Bereichen konnten kaum besprochen werden, das durften die Eltern dann aber auch in die Gruppen mitnehmen.

Denn fast pünktlich im Zeitplan lösten sich die Workshops auf und alle versammelten sich in ihrer eigenen Gruppe wo Knabbersachen und Getränke dann auch zum gemütlichen Verweilen einluden. Doch zuvor gab es auch in den Gruppen noch Infos über Tagesablauf, Vorhaben, Themen der Kindergruppe und anderes, aber die Eltern hörten auch hier noch einmal interessiert zu.

Alles in allem war es ein sehr schöner Abend und wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, solch großes Interesse zu wecken.

Angebote, die gut angenommen werden motivieren uns wieder einmal etwas anzubieten, denn es steckt auch immer viel gedankliche Arbeit, Zeit und Vorbereitung in solchen Abenden.

Für Wünsche und Anregungen sind wir offen und auch immer dankbar über die Rückmeldung unserer Elternschaft.

Conny Drössler

Ein neues Eingewöhnungskonzept

 

Die frühe Kindheit wird inzwischen nicht mehr nur von Erziehern als grundlegende Zeit erkannt in der sich grundlegende und manchmal später nicht wiederaufzuholende Bildungsprozesse vollziehen. Daher beschäftigen sich die unterschiedlichsten Fachrichtungen und Wissenschaften damit, wie gute Voraussetzungen geschaffen werden können, um auch in der Kita dafür Sorge zu tragen, dass Kinder von dieser Zeit bis zum 6. Lebensjahr in hohem Maße profitieren können.

clip_image002Verändert hat sich in den letzten Jahren das Zugangsalter der Kinder. Auch in der Villa Regenbogen werden in der Zwischenzeit fast nur noch zweijährige Kinder aufgenommen, nur die Zuzüge von Familien bilden hier die Ausnahme.

Eine Grundvoraussetzung für gelingendes Lernen ist es, dass sich Kinder sicher und geborgen fühlen. Nur wenn dies gelungen ist, kann sich das Kind seinen anderen Entwicklungsaufgaben zuwenden, die je nach Alter unterschiedlich sind.

Deshalb haben wir, das Team der Villa Regenbogen sich in den letzten Monaten sehr mit dem Thema Eingewöhnung beschäftigt. Wir hatten dazu eine Fortbildung, haben viel gelesen und viel diskutiert und haben nun ein Konzept für unsere Einrichtung entwickelt und vereinbart, in dessen Erprobungsphase wird uns derzeit befinden.

Dieses Konzept der Eingewöhnung orientiert sich am Berliner Modell (entwickelt vom Institut für angewandte Soziallisationsforschung frühe Kindheit). Das bedeutet einen langsamen und behutsamen Einstieg für das Kind in die Kindertageseinrichtung. Dieser ist besonders notwendig, um eine tragfähige Bindung aufzubauen, damit gewährleistet werden kann, dass sich das Kind wohlfühlt und nachhaltig getröstet werden kann.

clip_image004Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen – Sie kommen in den Gruppenraum um Ihr Kind in die Kita zu bringen und es kommt Ihnen ein neues kleines Kind entgegen. Seine Mama sitzt in einer Ecke des Gruppenraums ohne etwas zu tun? „Was soll denn das“- denken Sie vielleicht, „warum sitzt sie so unbeweglich da und spielt nicht mit ihrem Kind“.

Nun – so haben wir es mit der Mama vereinbart, sie ist sozusagen „der sichere Hafen“, der Anlaufpunkt für das neue zweijährige Kind im Gewimmel der Gruppe, aber sie verhält sich völlig passiv. Die „Aktiven“ im Kindergarten sind die Kinder und die Erzieher, das soll das neue Kind mitnehmen, in seinen ersten Tagen in der Kita. Die erste Bindungsperson (Mutter oder Vater) in der Nähe zu wissen, ist für das Kleinkind besonders wichtig, wenn es mit Unbekanntem konfrontiert wird. Typisch für die Zweijährigen ist es, dass sie in bestimmten Zeitabständen zur Bezugsperson zurückkehren um sich ihrer Anwesenheit zu versichern. Ein abrupter unbegleiteter Eintritt in die Kita würde eine starke Verunsicherung für das Kind bedeuten und verhindern, dass es seine Umgebung offen und neugierig erkunden könnte.

Das genau soll geschehen in den ersten drei Tagen der Grundphase in denen Mutter (Vater) und Kind nur ca. eine halbe Stunde in der Kindergartengruppe sind. Die Bezugserzieherin versucht in diesen ersten Tagen vorsichtig über Spielangebote Kontakt aufzubauen. Diese kurze Zeitphase dient dazu das Kind ganz langsam mit der Vielfalt der Eindrücke bekannt zu machen, die aufmerksame und gespannte, aber passive Haltung der Eltern nicht überzustrapazieren und eine eindeutige zeitliche Ressource des Bezugserziehers zu ermöglichen, der in dieser begrenzten Zeit störungsfrei nur für dieses Kind zur Verfügung steht.

Der erste kurze Trennungsversuch beschreibt die zweite Phase der Eingewöhnung. Dieser wird am 4. Tag eingeleitet und ist ebenfalls noch nicht von längerer Dauer. Nun kommt es darauf an, welche Erfahrungen das Kind mitbringt, inwieweit diese Phase in die Stabilisierungsphase übergeht. Akzeptiert das Kind die Trennung noch nicht, muss einige Tage später ein weiterer Trennungsversuch gewagt werden. Die Stabilisierungsphase kann schon ab dem fünften Tag beginnen und der Bezugserzieher übernimmt zunehmend auch die Versorgung des Kindes ( Füttern, Wickeln…) , da sich die Zeiträume, die das Kind in der Kita ist auch immer weiter ausdehnen. Er bietet sich als Spielpartner an und reagiert auf die Signale und Bedürfnisse des Kindes. Ein Zeichen dafür, dass die Eingewöhnung abgeschlossen ist, ist es dass sich das Kind in der Trennungssituation von der Fachkraft trösten lässt und in dieser Zeit neugierig und aktiv an seiner neuen Umgebung , Material und Personen interessiert ist.

clip_image006Nun ist das Kind bereits mehrere Stunden in der Kita und so können die Eltern wieder ihrem Beruf o.ä. nachgehen, sollten aber dennoch in Notfällen erreichbar sein. Für das Kind kommen nun täglich neue Erfahrungen, kleine Regeln und Abläufe hinzu. Es gilt den „Schutzstaus“ (auf dem Schoß sitzen, an der Hand laufen, mitgehen wenn der Erzieher aus dem Raum geht o.ä.) aufzuheben und einen sanften Übergang zu finden, damit das Kind sich zum stabilen und vollwertigen Gruppenmitglied entwickeln kann. Dieser Schritt kann einige Wochen dauern. Während dieser Zeit ist es oft hilfreich, wenn Kinder noch nicht von morgens früh bis zum Spätdienst die Kita besuchen, sofern es die Eltern einrichten können.

Den Abschluss der Eingewöhnungszeit bildet das Reflexionsgespräch, dass Erzieher und Eltern miteinander führen, um sich gehgenseitig darüber auszutauschen wie die Eingewöhnung des Kindes abgelaufen ist, was hilfreich war und was zukünftig noch wichtig sein könnte.

Im Zuge der Umstellung des Eingewöhnungskonzeptes haben wir uns auch nochmals zur Gestaltung des Gruppenraumes Gedanken gemacht. So gibt es nun den sogenannten „safe place“ einen Platz unter der Treppe zur Galerie, der nur den Kleinen gehört. In dieser Ecke haben die Kinder die Möglichkeit ruhig zu spielen ohne gestört zu werden, von dort aus zu beobachten oder auch aktiv zu werden. Sie kann also den Ausgangspunkt für die Aktionen des Kindes bilden ist aber gleichzeitig auch Rückzugsraum.

Des Weiteren wird in jeder Gruppe das Miniflitzerfrühstück angeboten. Dabei handelt es sich um ein Frühstücksritual, dass jeden Tag am gleichen Ort, und in der Regel auch mit dem/der gleichen Erzieherin vonstattengeht. Hier sind nur die Kleinen eingeladen teilzunehmen. Durch das Fehlen der größeren, die zu frei bestimmten Zeiten frühstücken dürfen, und der Möglichkeit des abgeschlossenen Raums haben die zwei und dreijährigen nun einmal am Tag die Gelegenheit die ganze Aufmerksamkeit der/des Erzieherin/Erziehers zu genießen, sie können erzählen ohne unterbrochen zu werden, sich dürfen sich in Ruhe auf das Essen einlassen und haben Zeit dies zu vollenden, da sie keine Ablenkung erfahren. Unsere ersten Erfahrungen zeigen, dass die Kinder dies sehr gerne in Anspruch nehmen.

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Da es auch für uns einiges Neues zu entdecken gibt sammeln wir auch weiterhin noch weitere Erfahrungen mehr und sind dankbar wenn Sie uns Rückmeldungen darüber geben was Sie positiv bemerken, was sie nicht verstehen oder auch kritisch betrachten.

Wir sind gerne bereit darüber mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, denn es liegt uns sehr am Herzen für Kinder und ihre Eltern unseres Hauses gute Voraussetzungen zu schaffen.

Conny Drössler , Leiterin

Lernwerkstätten für die Schulanfänger

Angeregt durch eine Fortbildung, die wir als pädagogisches Team der Villa Regenbogen wieder einmal gemeinsam belegt hatten, lies uns der Gedanke der Lernwerkstatt nicht mehr los.

Eine sinnvolle und anspruchsvolle Nutzung der Galerie für die Kinder war schon lange unser Anliegen und daher beschäftigten wir uns einige Zeit mit dieser Idee.

Wir haben uns mit Literatur beschäftigt, hatten einige Planungssitzungen zu diesem Thema und suchten Materialien zusammen, die wir uns gegenseitig vorstellten.

Die Lernwerkstatt als pädagogisches Konzept wird vor allem durch den Begriff „vorbereitete Umgebung“ geprägt.

Vorbereitete Räume und Materialien sollen die Lernfreude von Kindern aufgreifen und sie zum selbsttätigen Tun anregen.

Die Lernwerkstatt im Kindergartenbereich ist ein Raum in dem sich Kinder mit Mathematik, Sprache und Schrift, Naturwissenschaften, Technik an unterschiedlichen Spiel- und Lernstationen ausprobieren können.

Die Umgebung soll zum Entdecken, Forschen und Experimentieren und damit zu ganzheitlichem Lernen anregen.

Materialien und auch die Haltung des Erziehers ermöglichen intensive Selbstbildungsprozesse des Kindes.

Sie sind ein neuer Bildungsraum für die 5-6jährgien der Villa Regenbogen und steht immer zur Verfügung wann die Kinder das möchten.

Kurz vor der Faschingszeit wurden dieser Werkstätten nun auf den Galerien mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet.

 

 

28Eine große Schleife oder ein Absperrband wurde schon Tage zuvor angebracht und machte die Sache besonders spannend.

Am Eröffnungstag selbst wurde der Treppenaufgang zur Galerie dann von den Kindern belagert bis eines mit einer Schere das Band durchschnitt

(manchmal benötige es mehrere Anläufe bis die große Schere an den richtigen Stelle ansetzte) und so zu den Zugang freilegte.  Mit Hilfe eines speziellen Anmeldesystems

am Treppenaufgang können alle Kinder mit einem Blick erkennen, ob es noch einen freien Platz oben auf der Galerie gibt.

32Nun waren alle ganz gespannt darauf, was sie wohl dort oben erwartete. Vier Arbeitsplätze gekennzeichnet durch Schreibpult, Stuhl und Arbeitsunterlage konnten die Kinder entdecken.

Außerdem ein Regal in welchem sich verschieden große Körbchen befanden, die die unterschiedlichsten Aufgaben bereithielten. 

Hier konnte man ganz unterschiedliche Aufgaben entdecken. unterschiedliche Schrauben abzählen und einsortieren, Buchstabenwürfel oder Magnetbuchstaben,

mit welchen man seinen Namen oder andere Worte abschreiben kann, zu einem Wort zusammenzusetzen, hier gilt es Zahlenreihen in einen Taschenrechner einzugeben,

für unterschiedliche Gläser die richtigen Deckel zu finden , geometrische Figuren mit Gummis nachzubilden oder auch Socken zu sortieren und ordentlich aufzuräumen.

Noch viele andere Dinge haben sich die Erzieher ausgedacht und die Kinder hatten großen Spaß dabei diese Dinge auszuprobieren.

37Die meisten der Aufgaben sind mit entsprechender Selbstkontrolle versehen, sodass die Kinder selbst sehen können, ob sie es richtig gemacht haben.

Nach Erledigung einer Aufgabe können sich die Kinder dann auch ein kleines Sammelkärtchen aus dem jeweiligen Körbchen nehmen, um es in ihrem persönlichen Sammelglas abzulegen.

Der Inhalt dieses Gläschens ist dann Gesprächsinhalt im Dialog mit den Erziehern, wo Kinder berichten können was sie am liebsten gemacht haben oder woran sie am meisten Spaß haben.

Unsere Werkstätten sind bisher nur sehr klein und es gibt noch nicht die gewünschte Anzahl von Arbeitsaufträgen für die Kinder. Daran wollen wir noch arbeiten.

Um die Idee dennoch lebendig zu halten haben wir die Lernwerkstätten der einzelnen Gruppen schon einmal getauscht.

So konnten die Kinder wieder neue Herausforderungen finden um wieder Spaß und Spannung bei der Lösung von Aufgaben zu erleben.

Wir sind selbst gespannt darauf wie es weiter gehen kann und was uns und den Kindern dazu noch alles einfällt.

Neue Lernwerkstätten in den Gruppen der Villa Regenbogen

 

Angeregt durch eine  Fortbildung, die wir als pädagogisches Team der Villa Regenbogen wieder einmal gemeinsam belegt hatten, lies uns der Gedanke der Lernwerkstatt nicht mehr los.

Eine sinnvolle und anspruchsvolle Nutzung der Galerie für die Kinder war schon lange unser Anliegen und daher beschäftigten wir uns einige Zeit mit dieser Idee.

Wir haben uns mit Literatur beschäftigt, hatten einige Planungssitzungen zu diesem Thema und suchten Materialien zusammen, die wir uns gegenseitig vorstellten.

Die Lernwerkstatt als pädagogisches Konzept wird vor allem durch den Begriff „vorbereitete Umgebung“ geprägt. Vorbereitete Räume und Materialien sollen die Lernfreude von Kindern aufgreifen und sie zum selbsttätigen Tun anregen. Die Lernwerkstatt im Kindergartenbereich ist ein Raum in dem sich Kinder mit Mathematik, Sprache und Schrift, Naturwissenschaften, Technik an unterschiedlichen Spiel- und Lernstationen ausprobieren können. Die Umgebung soll zum Entdecken, Forschen und Experimentieren und damit zu ganzheitlichem Lernen anregen.

Materialien und auch die Haltung des Erziehers ermöglichen intensive Selbstbildungsprozesse des Kindes.  Sie sind ein  neuer Bildungsraum für die 5-6jährgien der Villa Regenbogen und steht immer zur Verfügung wann die Kinder das möchten.

Kurz vor der Faschingszeit wurden dieser Werkstätten nun auf den Galerien mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet. Eine große Schleife oder ein Absperrband wurde schon Tage zuvor angebracht  und machte die Sache besonders spannend. Am Eröffnungstag selbst wurde der Treppenaufgang zur Galerie dann von den Kindern belagert bis eines mit einer Schere das Band durchschnitt (manchmal benötige es mehrere Anläufe bis die große Schere an den richtigen Stelle ansetzte) und so zu den Zugang freilegte. Nun waren alle ganz gespannt darauf, was sie wohl dort oben erwartete. Vier Arbeitsplätze gekennzeichnet durch Schreibpult, Stuhl und Arbeitsunterlage konnten die Kinder entdecken. Außerdem ein Regal in welchem sich verschieden große Körbchen befanden, die die unterschiedlichsten Aufgaben bereithielten.

 Hier konnte man ganz unterschiedliche Aufgaben entdecken. unterschiedliche Schrauben abzählen und einsortieren, Buchstabenwürfel oder Magnetbuchstaben, mit welchen man seinen Namen oder andere Worte abschreiben kann, zu einem Wort zusammenzusetzen, hier gilt es Zahlenreihen in einen Taschenrechner einzugeben, für unterschiedliche Gläser die richtigen Deckel zu finden , geometrische Figuren mit Gummis nachzubilden oder auch Socken zu sortieren und ordentlich aufzuräumen.  Noch viele andere Dinge haben sich die Erzieher ausgedacht und die Kinder hatten großen Spaß dabei diese Dinge auszuprobieren.

Die meisten der Aufgaben sind mit entsprechender Selbstkontrolle versehen, sodass die Kinder selbst sehen können, ob sie es richtig gemacht haben. Nach Erledigung einer Aufgabe können sich die Kinder dann auch ein kleines Sammelkärtchen aus dem jeweiligen Körbchen nehmen, um es in ihrem persönlichen Sammelglas abzulegen.

Der Inhalt dieses Gläschens ist dann Gesprächsinhalt im Dialog mit den Erziehern, wo Kinder berichten können was sie am liebsten gemacht haben oder  woran sie am meisten Spaß haben.

Unsere Werkstätten sind bisher nur sehr klein und es gibt noch nicht die gewünschte Anzahl von Arbeitsaufträgen für die Kinder. Daran wollen wir noch arbeiten.

Um die Idee dennoch lebendig zu halten haben wir die Lernwerkstätten der einzelnen Gruppen schon einmal getauscht. So konnten die Kinder wieder neue Herausforderungen finden um wieder Spaß und Spannung bei der Lösung von Aufgaben zu erleben. Wir sind selbst gespannt darauf wie es weiter gehen kann und was uns und den Kindern dazu noch alles einfällt.

 

GRUPPENÜBERGREIFENDE PSYCHOMOTORISCHE BEWEGUNGSSTUNDE:

Seit Januar 2013  findet vierzehntägig eine gruppenübergreifende Bewegungsstunde als psychomotorisches Angebot für die Drachengruppe (unsere Schulanfänger 2014)  statt.  Ab Januar 2014 wird dann die Schulanfängergruppe 2015 von diesem Angebot profitieren.

 

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Insofern könnte man sagen, dass sich viele psychomotorische Angebote auch im Alltag versteckt entwickeln und dort stattfinden.

Sei es bei Herausforderungen in der Alltagbewältigung, Knöpfe & Reißverschluss schließen, Schuhe binden, Tisch decken, Abwasch machen, Obst & Gemüse schneiden oder beim Malen & Zeichnen, Perlen auffädeln, Kneten, Springen, Rutschen, Schaukeln, Fahren, Balancieren, Hängen/Hangeln, Rennen, Hüpfen, Fingerspiele, Bewegungslieder, Bauen & Konstruieren…………….und bei noch viel mehr.

Hier nun ein wenig Theorie:

…AUF DEM WEG IN DIE SCHULE…

Schulfähigkeit erwirbt das Kind nicht erst im letzten Kindergartenjahr. Sie entwickelt sich ganz allmählich und baut auf allen Erfahrungen und Aktivitäten auf, die das Kind in den ersten sechs Lebensjahren gemacht hat. Dabei sollten die Erfahrungen möglichst vielseitig gewesen sein.

Lernen in Bewegung ist immer noch keine Selbstverständlichkeit, obwohl wir aus der Tradition der Pädagogik und auch aus der Hirnforschung wissen, dass wir am eigenen Leib Erfahrenes besser verstehen und behalten können. Bewegung und Spiel machen den Kindern also nicht nur Spaß, sondern unterstützen auch die strukturelle Entwicklung des Gehirns und sind Grundlage für die Aneignung von neuem Wissen.

…DIE WELT IM KOPF…

Das Kind muss sich in den ersten Lebensjahren die Welt praktisch im Gehirn in Form von Bildern und Erfahrungen abspeichern. Auf diese Bilder und Erfahrungen kann es später bei der Lösung von Aufgaben zurück greifen.

Hat ein Kind verschiedene Bausteine zum Spielen, so erkennt es über seine Sinne die unterschiedlichen Größen und Gewichte der Bausteine, es sieht die Farben und probiert nach dem Prinzip von „Versuch und Irrtum“ einen Turm zu bauen. Alle Erfahrungen bei jedem Versuch einen Turm zu bauen speichert das Kind im Gehirn ab. Allmählich merkt das Kind, dass es besser große Bausteine nach unten legt und anschließend kleinere Bausteine oben drauf.

Baut es später einmal einen Turm aus Steinen am Bach, so greift es auf die elementaren Erfahrungen zurück, die in seinem Kopf bereits zum Thema „Turmbau“ abgespeichert wurden und wendet diese Erfahrungen in der neuen Situation mit neuen Materialien an. Es kann sich einen Turm schon im Kopf vorstellen, ohne ihn zu sehen und weiß, wie man am besten vorgeht.

Jean Piaget, ein bekannter Psychologe, hat den Satz geprägt:

„DENKEN IST VERINNERLICHTES HANDELN“

„DENKEN IST HANDELN IM KOPF“

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Viele eigene Erfahrungen macht das Kind, unabhängig von Belehrungen durch die Erwachsenen. Es kann sich ein eigenes Bild von der Welt und den Gesetzen, die in dieser Welt herrschen, machen. Experimentieren und Dinge selbst herausfinden sind die Grundlage für gelingendes Lernen. Kinder haben eine angeborene Neugier und möchten alles selbst herausfinden. Oft hindern wir Erwachsene sie daran, in dem wir ihnen vorschnell Lösungen auf ihre vielen Fragen präsentieren. Dabei sollte die Aufgabe der Erwachsenen eher darin liegen, Kinder zum Experimentieren und selbst herausfinden von Gegebenheiten dieser Welt anzuregen.

…DIE AUSBILDUNG EINES KÖRPERSCHEMAS IM KOPF…

Das Kind speichert nicht nur ein Bild der Welt in seinem Gehirn ab, sondern auch ein differenziertes und gutes Bild seines eigenen Körpers. Im Gehirn wird quasi eine „Körperlandkarte“ angelegt, man nennt das in der Fachsprache das „Körperschema“. In jeder Situation muss ein Kind im Kopf sofort ein Abbild davon haben, in welcher Position der eigene Körper gerade ist. Alle Sinne melden jederzeit ihre Eindrücke über den Körper an das Gehirn weiter und das Gehirn setzt sich das Körperschema wie ein Puzzle zusammen. Nur über ein möglichst genaues Körperschema kann sich ein Kind gut koordiniert bewegen. Je besser die Landkarte ist, d.h. je genauer die Vorstellung vom eigenen Körper im Kopf ist, desto besser kann das Kind seinen eigenen Körper steuern und bewegen.

Manchmal kann man an Kinderzeichnungen erkennen, wie gut das Kind seinen eigenen Körper bereits wahrnimmt und im Gehirn abgespeichert hat. Das Körperschema entwickelt sich von ganz alleine, wenn sich ein Kind sehr viel bewegt. Dabei erhält es Rückmeldungen über seinen Körper aus allen Sinnesorganen und diese Rückmeldungen werden im Gehirn gespeichert. Es spürt allmählich immer besser seine Körpergrenzen, es merkt, wie groß und wie klein es sich machen kann, es lernt die Funktionsweisen der einzelnen Körperteile kennen und kann diese immer besser einsetzen.

Für die schulischen Fähigkeiten ist die Körper- Raum- Orientierung von besonderer Bedeutung.

Das Kind lernt zunächst am eigenen Körper die Raumrichtungen kennen. Wo ist an meinem Körper oben, wo ist unten, wo ist vorne und wo ist hinten?

Dies geschieht vor allem durch die Information aus seinem Gleichgewichtsorgan und dem Sehsinn, wenn es sich im ersten Lebensjahr allmählich immer besser alleine gegen die Schwerkraft aufrichtet, hinfällt, dreht, wenn es einen Purzelbaum macht, wenn es den Kopf nach unten nimmt und rückwärts durch die Beine schaut, vorwärts und rückwärts läuft.

Doch nicht nur Gleichgewichts- und Sehsinn geben dem Kind diese Informationen. Auch die Rückmeldungen aus den Muskeln, die gegen die Schwerkraft arbeiten und das Fühlen helfen dem Kind den eigenen Körper in jeder Position im Raum wahrzunehmen und zu spüren.

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Diese Körperorientierung ist Grundlage dafür, dass ein Kind auch eine Orientierung im Raum(Straßenverkehr, Ballspielen..etc.) und an Gegenständen gewinnt und zuletzt die Orientierung auf ein Blatt Papier(Zeichen, Schreiben, Rechnen Lernen) übertragen kann.

Um diese Körperorientierung weiter auszubilden, zu unterstützen und zu festigen, hat die Psychomotorikstunde in der Villa Regenbogen ihren festen Platz. Martin Rapp, Erzieher und ausgebildeter Psychomotoriktrainer bietet für die Kinder diese Möglichkeiten und schafft damit ein zusätzliches und wertvolles Körpererfahrungstraining an , das gleichzeitig die Chance bietet, dass sich Kinder  im gleichen Alter gruppenübergreifend kennenlernen können.

Um einen kleinen Einblick in den Ablauf einer solchen Psychomotorikstunde zu geben lesen Sie nun “Im Indianerland”

 

1.Die Indianer versammeln sich:

Wir versammeln uns auf dem großen Teppich, im Flur vor dem Turnraum. Jedes Kind zieht sich ein Tuch als Indianerstirnband auf. Die Einstiegsgeschichte ist die, das wir alle Indianer eines Stammes sind, dessen Namen wir verloren(vergessen) haben. Deshalb wollen wir gemeinsam das Indianerland betreten und unseren Namen suchen.

Ziele: Gruppendynamik, Förderung der Kreativität

2.Eintritt ins Indianerland(Turnraum) und Versammlung um die große Regenbogenwolke(Fallschirm/Schwungtuch):

Die Indianer stellen sich um die große Regenbogenwolke, nehmen sie an ihren Enden fest an die Hand, damit Diese nicht wegfliegt. Ich als Medizinmann stimme ein Lied an, welches uns Indianer Mut und Glück auf unserer bevorstehenden Reise bringen soll.

REFRAIN: „Dumm, dumm, heya, heya

Dumm, dumm, ho!

Im Rhythmus vom Gesang bewegen wir die Wolke hoch und runter. Nach dem vierten „HO“ lassen wir die Wolke hochsteigen und versammeln uns unter ihr. Dann führe ich die Indianer aus der Wolke heraus zu einem Fluss.

Ziele: Gruppendynamik, Kraftdosierung, Greifen und Festhalten, Rhythmik

3.Kanufahrt über den Fluss:

Das Ziel ist es, unbeschadet über den gefährlichen Fluss zu kommen. Es darf nicht hindurch geschwommen werden. Ein Kanu(Rollbrett) steht bereit. Ziel ist es, den großen Berg(Weichbodenmatte) zu erreichen. Danach wird das Kanu über das Wasser zu den Zurückgebliebenen gestoßen. Die Fahrt mit dem Kanu(Rollbrett) führt im Slalom an gefährlichen Felsen(Hüte) vorbei.

Ziele: Raumwahrnehmung, Raumorientierung, räumliches Denken, Umgang mit dem Rollbrett

4.Der große Berg(Weichbodenmatte aufgestellt an einer Sprossenwand, mit einem Oben befestigten Tau):

Der Indianer, welcher angekommen ist, klettert am Tau den Berg hinauf. Von Oben sieht er über das ganze Land und sucht neue Wege. Hat er sich umgesehen, steigt er wieder ab und lässt den nächsten Stammesgenossen dort rauf.

Ziel: Auge- Handkoordination, Greifen & Festhalten, Kraftdosierung, Einschätzen der eigenen Kraft, Körper- und Bewegungserfahrung

5.Der Steinige Weg(Mattenbahn mit Bausteinen):

Auf einem blauen Weg geht die Reise weiter. Dieser ist allerdings mit Steinen und Felsen verbaut. Außerhalb des Weges stürzt man in die Tiefe. Jetzt muss der Vordermann dem ihm Folgenden immer einen Stein reichen, und Dieser reicht den Stein den weiteren Hintermännern und legt diesen am großen Berg ab. Dies geht so lange, bis der blaue Weg frei ist. Seitlich des Weges darf kein Stein in den Abgrund geworfen werden, da man sonst möglicherweise unten jemanden verletzen könnte.

Ziel: Gruppendynamik, Förderung der Hand- Körpermotorik

6.Ankunft im Tal:

Ist der steinige Weg überstanden, machen alle Indianer eine Rast am Lagerfeuer. Jeder holt Feuerholz(Kegel) und baut eine Feuerstelle(Chifontücher fürs brennende Feuer).

Dann spricht der Medizinmann(ich) mit seinem Stamm über die überstandenen Abenteuer. Die Betonung bleibt hierbei beim gemeinsamen Bestehen der Abenteuer.

Deshalb fällt der Gedanke, dass der Stammesname, den wir hier auf unserer Reise gefunden haben; „Starke Freunde“ sein kann.

Ziel: Gruppendynamik, Selbstwirksamkeit

7.Feierlied:

Der Stamm feiert seinen Namen und das gemeinsam bestandene Abenteuer mit Instrumenten und einem Lied.

Ziel: Gruppendynamik, Selbstwirksamkeit, Rhythmik, Spaß