Martin Luther für Kinder?

 

Muss das sein? Können Kinder verstehen um was es geht im Leben von Martin Luther?

Wir, die ErzieherInnen und Ariane Guttzeit unsere Pfarrerin meinen sehr wohl, dass die Schulanfänger der Villa Regenbogen etwas mit diesem Thema anfangen können. Und schließlich gehört er ja auch dazu, denn er -Martin Luther war ein wichtiger Baustein, dass die evangelische Kirche gegründet wurde.

 So haben wir uns also aufgemacht und in der Woche vor dem Reformationstag 2017 eine Projektwoche geplant. Unser stetiger Begleiter war Ratze, die „ weltbekannte Ratte aus dem Mittelalter“, die über die Zeit um 1517 gut Bescheide wusste. Sie führte die Kinder durchs Programm und holte sie jeden Morgen in den Kindergartengruppen ab. Am vierten Tag, kamen die Kinder wie von selbst herbeigeeilt und holten in Windeseile ihre „Kollegen“ aus den anderen Gruppen, sodass es sogar Ratze ganz unheimlich wurde, wie schnell alle  in der Turnhalle  versammelt waren.  Wir trafen uns in einem Sitzkreis und begrüßten die Runde mit einem kleinen Vers, den wir jeden Tag miteinander sprachen. Das Lied über Gottes Liebe , wurde von Tag zu Tag mehr und mehr ein Ohrwurm und schon bald konnte man die Klänge auch außerhalt der Projektzeit auf dem Bauteppich beim Spielen  und anderswo hören.

Nach dem Lied gab es an jedem  Tag einen kurzen Dialog mit der Handpuppe Ratze (gespielt von Conny) , Anna-Lena und und  Natascha. Es ging dabei um die Themen Angst haben vor Gott und vor den Menschen. Die eigene Meinung war gefragt und wir überlegten wie Luther, aber auch wir Kinder diese vertreten können. Am dritten Tag lernten wir die Lutherrose, das  Familienwappen und Erkennungszeichen Martin Luthers kennen. Ganz nebenbei hörten die Kinder die Lebensgeschichte des Reformators und  erzählten am Schluss der Projekttage, was ihnen davon noch in Erinnerung geblieben war.  Die Kinder betätigten sich auch kreativ und es entstanden Legebilder auf dem Boden, schöne Wandbilder mit dem Zuspruch, dass Gott sie lieb hat, eine Lichtertüte die den Burgturm darstellt und einiges an Verbesserungsvorschlägen, die die Kinder für ihre Kita entwickelten. Ganz im Sinne Martin Luthers wurden diese Kinderthesen auf die Bretter einer dekorativen Türe genagelt und sind nun im Kitaflur für alle zum Studieren ausgehängt.  Bei all diesen kreativen Elementen haben sich die Kinder sehr angestrengt und jedes hat in seinem Tempo sein Können und Talent eingesetzt und mitgearbeitet.

 Noch ein weiteres Lied sei an dieser Stelle erwähnt –„ Luther, Luther, Martin Luther , erzähle mir von dem Mann“  ist ein Lied, das wir schon am ersten Projekttag ,der ganz im Zeichen der Musik stand, kennenlernen durften. Uwe Lal ein bekannter christlicher Kinderliedermacher, den die beiden Kitas in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde bestellt und finanziert hatten,  gab am Montagnachmittag ein mitreißendes Kinderkonzert, das die Kinder zum  Mitmachen und Bewegen anregte.  Schön, dass uns der Liedermacher die Gitarrenakkorde  für dieses Lied zur Verfügung gestellt hatte, denn nun konnten wir auch dieses Erlebnis immer wieder aufleben lassen,  indem wir das Martin Lutherlied zusammen schmetterten.

Keine einfache Aufgabe war die Nacherzählung der Geschichte, zu der  die Kinder mit Hilfe der kleinen Playmobilfiguren in  einer großen Wandprojektion  aufgefordert waren. Zu jedem Bild – jeder Station der Geschichte waren nun diejenigen Kinder gefragt, die etwas zu sagen hatten. Das stellte die Schulanfänger  vor eine große Herausforderung. Und dennoch , es gab  ein paar Mutige, die versuchten für die Bilder Worte zu finden. 

Seinen Abschluss und Höhepunkt fand das Projekt am Freitag in einem kleinen Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Schon die Glocken, die uns auf dem Weg in die Kirche  begrüßten, faszinierten die Kinder und sie wollten wissen, wo sich diese befinden und wie man sie anschaltet. Der Taufbaum, auf dem sich einige der Kinder wiederfanden, die große Orgel , das Taufbecken , all das waren Dinge die die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zogen, bis Ratze wieder auftauchte und der Gottesdienst begann. Die wichtige Botschaft, dass man Gottes Liebe nicht kaufen kann und dass er uns so liebt wie wir sind hat in diesen Tagen in vielen Kinderherzen  seinen Platz gefunden, da sind wir uns sicher.  Und auch die Geschichte Martins Luthers wird einigen wohl gut im Gedächtnis bleiben. Die  Kinder sangen aus voller Kehle das Martin Lutherlied, welches dieses Mal Pfarrerin Guttzeit mit der Gitarre begleitete. Nach dem Fußmarsch bei trübem Nieselwetter zur Kirche erwartete  uns  nach dem Gottesdienst beim Verlassen der Kirche ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.  In diesem Moment formulierte B. voller Zuversicht und Ernsthaftigkeit den Satz : Wir haben die ganze Zeit gesungen und gebetet – und jetzt ist  so ein schönes Wetter.

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