Pflanzzeit in der Bärengruppe

Die „Bärenkinder“ fragten mich schon die ganze Zeit im Mai, wann wir denn endlich wieder Tomaten essen könnten. Ich, Lisa eine Erzieherin der Villa Regenbogen, musste sie immer wieder vertrösten, denn die Eisheiligen standen noch vor uns. Mmmmh, das sollte erst einmal geklärt werden mit den Eisheiligen. Dazu stöberte ich in Wikipedia, denn ich wusste auch nur, dass vom 11.-15. Mai die Nachttemperaturen in dieser Zeit so niedrig sind, dass eine Bepflanzung ziemlich kritisch wäre und Pflanzen erfrieren können. Ich brachte in Erfahrung, dass sich die Menschen früher an den immer wiederkehrenden Witterungsbedingungen orientierten. Damals gab es ja noch keine Wetterdienste. Und diese Tage im Mai bekamen Namen von Heiligen.

Aber zurück zu unserem Thema, das die Kinder beschäftigte.

Kurzfristig wurde eine Gesprächsrunde einberufen, um zu erfahren, was sich die Kinder wünschten. Zu bepflanzen war unser Beet vor der Gruppe und ein kleiner Abschnitt in unserem Hochbeet, das wir uns mit der  Dinogruppe teilen.

Die Bärenkinder wollten alles pflanzen von Kirschbäumen über Weintrauben, Pfirsiche, Tomaten, Erbsen……. Wir einigten uns auf Tomaten und Gurken – Snackgurken wohlgemerkt.

Unsere Kinder wussten noch vom letzten Jahr, wo wir die Pflänzchen gekauft hatten. So zog ich dann mit 5 Kindern los zu unserer Gärtnerei Wiersch. Dort bestellten wir 6 Tomatenpflänzchen und 3 Gurkenpflänzchen. Am nächsten Tag konnten wir sie abholen. Bevor wir sie jedoch setzen konnten, musste ja erst einmal frische Erde besorgt werden. Ist Erde schwer oder leicht? Können wir sie tragen? Nein, aber wir haben ja einen Bollerwagen, der musste mit dann also mit in den Nahkauf. Zwei große Säcke hatten darin Platz und das Ziehen des Wagens war ganz schön beschwerlich.

In der Kita wieder angekommen, zogen wir schnell die Gummistiefel an und begannen mit unserer Arbeit. Mit Spaten und Schaufeln wurde zunächst die Erde locker gemacht. Wie auch im Vorjahr gab es unter der Erde viel zu entdecken. Unsere Aktion wurde eher zur Nebensache, da die Würmer, die wir in der Erde fanden, viel interessanter waren. Sehr widerwillig trennten sich die Kinder dann letztendlich von den Würmern, ihr „lebendiges Spielzeug“ musste wieder in den Boden.

Puuh ist das Arbeit, das Umpflügen des Bodens. Jedes Kind bekam Schweißperlen auf der Stirn. Aber nachdem alle tatkräftig mitgeholfen hatten, war unser Abschnitt bereit um bepflanzt zu werden. Der Bollerwagen fuhr also mit zu Herrn Wiersch. Als er uns sah, holte er schnell unsere bestellten Gurken- und Tomatenpflänzchen. Vorsichtig durfte jedes Bärenkind ein Pflänzchen in den Wagen setzen.

Auf dem Rückweg überraschte uns ein kräftiger Regenschauer und wir mussten uns unter einem großen Ahornbaum vor der Schule unterstellen. Als der Regen nachließ, düsten wir in die Kita zurück.

Jetzt endlich war es soweit! Wir konnten einpflanzen! Ganz vorsichtig wurde jedes Loch mit frischer Erde befüllt, mit Wasser getränkt und die zarten Pflänzchen eingesetzt. Rundherum wurde noch einmal Erde geworfen, leicht angedrückt und mit der Gießkanne begossen. Fertig! Die Bären waren geschafft! So viel Arbeit und noch keine Gurke und noch keine Tomate zu sehen.

Was für Faktoren brauchen eigentlich die Pflanzen, damit sie wachsen können? Die nächste Gesprächsrunde wurde eingeläutet. Wasser, Licht und Wärme war das Ergebnis. OK!, für Licht und Wärme können wir nicht sorgen, aber für das Wasser sind wir zuständig. So wurde ein regelmäßiger Wasserdienst eingerichtet. Viele Kinder sind nun jeden Tag bemüht, die Erde feucht zu halten. Gerade jetzt, wenn jeden Tag die Sonne scheint.

Nach vier Wochen konnten wir schon die ersten Erfolge sehen. Kleine grüne Bällchen sind schon an den Tomatenpflanzen sichtbar. Aber die Gurkenpflanzen sorgten für die größte Überraschung. Sie sind übersät mit kleinen Gurken und 4 Gurken konnten wir sogar schon ernten und haben sie gemeinsam vor der Gruppe verspeist. Sehr lecker haben sie geschmeckt und so würzig! Klasse!

Jeden Tag schauen die Kinder nach, ob es nicht Zeit wäre, weitere Gurken zu ernten. Denn eins ist klar, so leckere gibt es bei unserem Nahkaufmarkt nicht!

Uns Erziehern ist es ganz wichtig, den Kindern bewusst zu machen, wie viele Schritte notwendig sind, damit Pflanzen Früchte tragen können. Es ist viel Arbeit, aber das Erfolgserlebnis bei den Kindern ist riesig und die selbstgezogenen „Früchte“ sind natürlich viel wertvoller.

Wer  Lust und Zeit hat darf gerne mal vorbeischauen, was noch so alles bei uns wächst!

Im Juni 2017

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