Der Bundesweite Vorlesetag

Noch nie waren wir und unsere Kinder einer solchen Flut von Bildern ausgesetzt. Über das tägliche Fernsehen, Filme oder durch Computerspiele – die Verlockungen, die den Kindern ihre eigenen Bilder rauben, waren noch nie so groß wie heute. Es ist daher aussichtslos, diese Medienflut gegen das Buch auszuspielen. Wir können aber daran arbeiten, das Buch zu einem selbstverständlichen und angenehmen Teil der Kindheit werden zu lassen. Dazu braucht es nur ein wenig Zeit, Ruhe und Wissen.

Der bundesweite Vorlesetag setzt hierzu ein Zeichen:  Er gilt als das größte Vorlesefest Deutschlands und stellt Jahr für Jahr neue Teilnehmerrekorde auf: Der Bundesweite Vorlesetag, eine Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung. Er fand am 18. November 2016 bereits zum dreizehnten Mal statt. Jedes Jahr am dritten Freitag im November begeistert der Aktionstag mittlerweile über 110.000 Vorleserinnen und Vorleser. Gemeinsam lesen sie über zwei Millionen kleinen und großen Zuhörern vor. Jeder kann dabei sein und an diesem Tag Geschichten zum Geschenk machen.

Auch die Villa Regenbogen möchte in diesem Sinne an diesem Tag ihren Kindern „Geschichten zum Geschenk“ machen.

Jedes Kind bekam einen Lesepass, mit dem es die verschiedenen Stationen besuchen und sich an jeder Station einen Stempel für das Zuhören verdienen konnte.

In diesem Jahr hatten die Erzieherinnen drei verschiedene Aktionen geplant.

  1. Im Besprechungszimmer gab es das Bilderbuchkino mit Conny Drössler. Beim Bilderbuchkino wird das Bilderbuch vorgelesen und begleitend dazu Dias auf einer Leinwand gezeigt. Das Vorlesen (auditive Wahrnehmung) wird durch die Bilder (visuelle Wahrnehmung) unterstützt. Diesmal konnte das Bilderbuchkino, dank Frau Altunbas und Agnieska Blaszak aus der Schmetterlingsgruppe in deutscher, italienischer und polnischer Sprache vorgetragen werden. Das Bilderbuch thematisierte die Bemühungen des kleinen „Irgendwie anders“ der sich lange Zeit vergeblich bemühte dazuzugehören. Erst als er erkannte, dass es nichts schlimmes ist anders zu sein, sondern man sich eher bereichern kann, hatte er plötzlich einen kleinen Freund. Und die beiden wussten zum Schluss des Buches nun genau, was zu tun ist wenn einer kommt der anders ist!
  2. In der Turnhalle boten Gaby Schwarz-Schlechte und Sonja Dietz das Tischtheater (Kamishibai) mit der Geschichte „Als die Raben noch bunt waren“ an. Die Geschichte wurde erzählt und mit Bildern des Tischtheaters unterlegt. Sie handelte von bunten Raben, die sehr unterschiedlich aussahen. Sie unterschieden sich sowohl in Farbe, wie auch in Musterung und konnten ihre Verschiedenheit nicht akzeptieren. Deshalb stritten sie unentwegt. Erst ein Regenschauer, der einen Farbwechsel des Gefieders zur Folge hatte und herbeiführte, dass alle Raben schwarz und gleich aussahen, rief eine Änderung im Verhalten und Bewusstsein hervor.
  3. Vor der Küche im unteren Bereich der Villa baute Susanne Stiefel eine Kulisse mit Fröbelbällchen auf. Sie erzählte „Die Geschichte vom kleinen Nerino“. Die Erzählung wurde mit einfachen Stoffbällchen (Fröbelbällchen)  bildlich dargestellt. Thematisiert wurde hier wiederum das Thema „Anders sein“

Unser Vorlesetag war ein gelungener Event im November, der den Kindern der Villa Spaß gemacht hat. Auch für die Sprachförderkräfte der Villa Regenbogen war dies wieder eine tolle gemeinsame  Erfahrung.  Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Sonja Dietz, Gaby Schwarz-Schlechte und Susanne Stiefel für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 59, erschienen im Dezember 2016.

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