Gewalt-Präventionskurs für die Schulanfänger

Das letzte Jahr im Kindergarten ist voll mit verschiedenen Kursen und Aktivitäten. Eins davon ist ein Gewalt-Präventionskurs von Wir Stärken Dich e.V.

Die Kinder lernten während der Kurse, eigene, unterschiedliche Gefühle zu erkennen und zu beachten. Was erzeugt gute Gefühle? Was sorgt für schlechte oder komische Gefühle? Wenn man ein  solches Gefühl hat, dann darf man auch zu Erwachsenen ‚Nein‘ sagen.

Im Rollenspiel haben die Kinder  geübt, wie man deutlich und klar ‚Nein‘ sagt, zum Beispiel, wenn ein Fremder sie umarmen oder ihnen ein Kuss geben will. Auch das Abholen durch Unbekannte gehört dazu.

„Nein! Ich gehe nicht mit!“ und dabei in den Augen schauen, damit der andere merkt, dass es ernst gemeint ist. Hände nach vorne strecken, stampfen um die Aufmerksamkeit von Umstehenden zu erregen und damit Hilfe bei z.B. LehrerInnen oder Anderen zu holen.

Die Kinder haben auch kleine Techniken gelernt, um sich selbst gegen eine Umarmung von Fremden zu wehren. Diese Techniken haben sie dann fleißig geübt – jedes Mal: Ellbogenschlag und Stoß. Danach versicherten sie mit dem  Indianer Ehrenwort, dass sie diese Techniken nur im Notfall benutzen wollen, und ganz besonders nicht bei den Kleineren!

Auch haben sie jede Woche eine Hausaufgabe bekommen. Dafür mussten auch die Eltern aktiv mitmachen. Als erste Aufgabe wurde eine Liste von Mitgehpersonen überlegt und auswendig gelernt. Nur die Leute, die auf dieser Liste stehen, dürfen die Kinder abholen.

Dann wurde wieder im Rollenspiel geübt, was sie machen müssen, wenn ein Fremder vor der Schule wartet und z.B. etwas Süsses anbietet.

Oder auch falls auf sie gewartet wird und sie mit, „Hey, es ist was Schlimmes mit deinen Eltern passiert. Ich soll dich ins Krankenhaus bringen.“ anspricht.

Wenn diese Person keine Mitgehperson ist, dann dürfen sie auch nicht mit – egal was er/sie sagt.

Und wenn ein Fremder im Auto anhält, nach dem Weg fragt oder ähnliches, müssen sie von Anfang an Abstand halten und keinen Schritt näher rangehen. Wenn sie ein schlechtes Gefühl bekommen, dann ist es besser in Gegenrichtung wegzulaufen.

Die meisten Kinder fanden die Rollenspiele lustig, für manche war es auch schwer zu verarbeiten, da waren dann wieder die Eltern gefragt, mit ihnen zu sprechen und den Kurs aufzuarbeiten.

Natürlich hoffen wir Erwachsenen sehr, dass Kinder nie in eine solche beklemmende Situation kommen werden. Sollte es aber doch passieren, werden sie sich hoffentlich erinnern und  anwenden können, was sie in diesem Kurs gelernt haben!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von „Villa Regenbogen Reporterin“  Elvy Reimann für die Kita-Zeitschrift Wirbelwind Nr. 58.

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